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Interviews

Mein Text auf der Website der Konkurrenz? Über Rechtsgrundlagen und das richtige Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Daniel Baumgärtner

Foto Daniel Baumgärtner: Rechtsanwalt aus Leipzig, unter anderem in den Bereichen Urheberrecht und Internetrecht tätig

Urheberrechtsverletzungen sind keine Kavaliersdelikte. Geschützte Bilder oder Texte dürfen nur mit Zustimmung ihrer Schöpfer vervielfältigt, verbreitet, bearbeitet und verwertet werden. Dennoch: Im Zeitalter des Internets sind Autoren, Blogger und Website-Betreiber kaum gegen Textdiebstahl gefeit. Für „Copy and Paste“ reichen wenige Klicks. Was das Urheberrecht sagt und wie man sich gegen Rechtsverstöße wehrt, erklärt uns Rechtsanwalt Daniel Baumgärtner.

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Daniel Baumgärtner

Foto Daniel Baumgärtner: Rechtsanwalt aus Leipzig, unter anderem in den Bereichen Urheberrecht und Internetrecht tätig

Urheberrechtsverletzungen sind keine Kavaliersdelikte. Geschützte Bilder oder Texte dürfen nur mit Zustimmung ihrer Schöpfer vervielfältigt, verbreitet, bearbeitet und verwertet werden. Dennoch: Im Zeitalter des Internets sind Autoren, Blogger und Website-Betreiber kaum gegen Textdiebstahl gefeit. Für „Copy and Paste“ reichen wenige Klicks. Was das Urheberrecht sagt und wie man sich gegen Rechtsverstöße wehrt, erklärt uns Rechtsanwalt Daniel Baumgärtner.

Laut Urheberrechtsgesetz genießen literarische, wissenschaftliche und künstlerische Werke, darunter „Sprachwerke“ unterschiedlichster Art, urheberrechtlichen Schutz. Wann ist ein Text schützenswert?
Texte im Internet können als Sprachwerke gemäß Paragraf 2 Abs. 1 Nr. 1 des Urheberrechtsgesetzes schutzfähig sein. Für eine Schutzfähigkeit kommt es dabei vor allem auf die Art und den Umfang des Textes an. Ist der Text frei erfunden oder besitzt dieser eine besondere „künstlerische“ Eigenart (eigene geistige Schöpfung), so wird eine Schutzfähigkeit eher anzunehmen sein als bei rein wissenschaftlichen Texten, denen eine solche eigenschöpferische Prägung oftmals fehlt. Einzelne Worte und Zeichen genießen dagegen noch keinen Urheberrechtsschutz. Umso länger der Text, umso eher wird man wohl auch Urheberrechtsschutz bejahen können.
Aber es können bei besonderen sprachlichen „Schöpfungen“ bereits Überschriften oder andere Kurzformulierungen schutzfähig sein, wenn sie zum Beispiel durch Wortspiel oder eine Doppeldeutigkeit eine andere individuelle Aussage vermitteln. Es kann bereits Urheberrechtsschutz bestehen aufgrund der Auswahl und Anordnung des Textes. Insbesondere bei suchmaschinenoptimierten Texten ist die Anordnung und die Auswahl der Wörter von besonderer Immanenz und daher können insbesondere suchmaschinenoptimierte Texte schutzfähig sein. Das Urheberrecht beginnt ab Entstehung des Werkes und erlischt erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Unterscheidet der Gesetzgeber zwischen Textbeiträgen im Internet und Veröffentlichungen in klassischen Printmedien?
Nein, der Gesetzgeber spricht allgemein von Sprachwerken wie Schriftwerken, Reden und Computerprogrammen. Eine Unterscheidung, in welchem Medium die Texte dabei veröffentlicht werden, erfolgt nicht.

Welche Textkategorien genießen urheberrechtlichen Schutz? Welche Formate schützt das Urheberrecht nicht?
Klassische Werke wie Romane, Erzählungen, Drehbücher oder Gedichte sind in der Regel schutzfähig. Es können jedoch bereits auch einzelne Sätze urheberrechtlichen Schutz genießen. So sind kurze Zitate bereits schutzfähig. Dagegen blieben zum Beispiel Kapitelüberschriften oder einzelne Begriffe eines Harry-Potter-Romans schutzlos. Für den Refrain „Alles ist gut solange du wild bist“ ...

... aus dem Song „Sei wild“ der Band Bananafishbones ...
... wurde zum Beispiel ebenfalls der Urheberrechtsschutz verwehrt, da es sich um allgemeine sprachliche Begriffe ohne besondere Originalität oder Schöpfungshöhe handelt. Zeitungs- und Zeitschriftenartikel sind in der Regel persönliche geistige Schöpfungen und daher schutzfähig.

Wenn die Schutzfähigkeit von Fall zu Fall zu beurteilen ist, kann man also nicht pauschal bei einer bestimmten Anzahl deckungsgleich übernommener Wörter von einer Urheberrechtsverletzung ausgehen?
Für eine Verletzungshandlung genügt bereits eine teilweise Übernahme eines Textes. Wobei dann festgestellt werden muss, dass der entsprechende Teil eine so eigenwillige persönliche geistige Schöpfung des Urhebers darstellt, dass dieser Schutzfähigkeit erlangt. Sollte daher bereits die Überschrift eine persönliche geistige Schöpfung darstellen, so würde für eine Rechtsverletzung genügen, die Überschrift ohne Einwilligung des Urhebers zu kopieren.

Muss ich eigens darauf hinweisen, dass ich der Urheber eines Textes bin? Muss ich beispielsweise meinen Namen nennen oder einen Copyright-Vermerk beifügen?
Nein, ein Hinweis auf die Urheberschaft ist für die Erlangung der Urheberrechte nicht erforderlich. Selbstverständlich hätte im Streitfalle der Urheber seine Rechte nachzuweisen, zum Beispiel aufgrund einer Veröffentlichung oder aufgrund von dazugehörigen Recherchen oder Entwürfen. Das Urheberrecht entsteht jedoch ohne die Benennung eines Autors oder einen Copyright-Vermerk durch die Erschaffung eines Textes.

Was tue ich, wenn meine Texte widerrechtlich kopiert und weiterverwendet werden?
Um Ansprüche aus dem Urheberrecht, zum Beispiel auf Unterlassung und Schadensersatz geltend machen zu können, muss nicht nur die Verletzungshandlung, sondern auch die Urheberschaft des betreffenden Werkes nachgewiesen werden. Es ist daher besonders wichtig, Beweise sicherzustellen. Das heißt, für Verletzungshandlungen im Internet Screenshots von der Seite mit dem kopierten Text anzufertigen, den Inhaber oder Betreiber der Website auszumachen und auch hiervon Beweise anzufertigen: zum Beispiel durch Ausdruck des Impressums der Website oder des Screenshots der DENIC-Auskunft über den Website-Verantwortlichen.

Wenn ich darüber hinaus meine Urheberschaft nachweisen muss: Wie sichere ich rechtskräftige Nachweise?
Es empfiehlt sich, Beweise anzufertigen bzw. aufzubewahren, die geeignet sind, die eigene Urheberschaft an dem verwendeten Text zu belegen: zum Beispiel durch die Veröffentlichung mit Screenshots oder durch Zeugen, die die Urheberschaft bestätigen können oder auch deren Veröffentlichung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Vertreten Sie viele Texter, Fotografen oder Künstler in Sachen Urheberrechtsanspruch? Oder gehören zu Ihren Klienten eher Personen, denen man Rechtsverletzungen vorwirft?
Ich vertrete sowohl Rechteinhaber als auch wegen einer Urheberrechtsverletzung abgemahnte Personen. So kenne ich die Bedürfnisse und Ziele von beiden Seiten und kann mich daher sehr gut in die jeweilige Lage meiner Mandanten hineinversetzen.

Zu guter Letzt: Was reizt Sie am Bereich Urheberrecht?
Es ist gerade auch wegen des Internets ein sehr spannender Bereich, der ständig in Bewegung ist und auch in Zukunft noch sehr viel Dynamik verspricht.

TextArbeit SprachKonzept dankt für das Gespräch.

Daniel Baumgärtner studierte in Leipzig und arbeitet seit 2009 als niedergelassener Rechtsanwalt. 2012 gründeten er und Kay Fietkau die Kanzlei Baumgärtner Fietkau Rechtsanwälte Leipzig. Seit 2015 tritt ihre Kanzlei mit fünf weiteren Mitarbeitern unter dem Namen BF® law Rechtsanwälte auf. In seiner Freizeit ist Daniel Baumgärtner ehrenamtlich als Präsident eines Leipziger Fußballvereins tätig.

Betrug, Täuschung oder Straftat? Rechtliche Rahmenbedingungen des akademischen Ghostwritings

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Olaf Werner

Foto Olaf Werner: Anwalt für Schulrecht, Hochschulrecht und Prüfungsrecht

Akademisches Ghostwriting steht für Wissenschaftsbetrug und für die Entwertung von Hochschulabschlüssen. Doch ob Studierende und ihre Ghostwriter tatsächlich rechtswidrig handeln, hängt von der Prüfungsordnung der jeweiligen Hochschule ab. Auch strafbar machen sich beide Seiten nicht unbedingt. Umgekehrt kann bereits ein umfangreiches Lektorat einer wissenschaftlichen Arbeit zu Problemen führen. Über die Rechtslage reden wir mit Olaf Werner, einem auf Hochschul- und Prüfungsrecht spezialisierten Rechtsanwalt aus Berlin.

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Olaf Werner

Foto Olaf Werner: Anwalt für Schulrecht, Hochschulrecht und Prüfungsrecht

Akademisches Ghostwriting steht für Wissenschaftsbetrug und für die Entwertung von Hochschulabschlüssen. Doch ob Studierende und ihre Ghostwriter tatsächlich rechtswidrig handeln, hängt von der Prüfungsordnung der jeweiligen Hochschule ab. Auch strafbar machen sich beide Seiten nicht unbedingt. Umgekehrt kann bereits ein umfangreiches Lektorat einer wissenschaftlichen Arbeit zu Problemen führen. Über die Rechtslage reden wir mit Olaf Werner, einem auf Hochschul- und Prüfungsrecht spezialisierten Rechtsanwalt aus Berlin.

Akademisches Ghostwriting gilt als Betrug. Ist tatsächlich rechtswidrig, was als unrecht empfunden wird?
Umgangssprachlich werden die Begriffe Täuschung und Betrug häufig gleichgesetzt. Bei der Abgabe einer akademischen Arbeit unter eigenem Namen, die tatsächlich von einer anderen Person verfasst wurde, handelt es sich sicherlich um eine Täuschung der Hochschule bzw. des Prüfers. Betrug im strafrechtlichen Sinn enthält neben einer Täuschung jedoch noch andere Tatbestandsmerkmale. Es handelt sich um ein sogenanntes Vermögensdelikt, das in der Regel darauf gerichtet ist, durch eine Täuschung von dem Betrogenen einen Vermögenswert zu erhalten. Solche Umstände liegen bei der Abgabe einer nicht selbst verfassten wissenschaftlichen Arbeit in der Regel nicht vor.
Unabhängig vom Vorliegen eines „Betruges“ ist eine Täuschung über die Autorenschaft aber regelmäßig rechtswidrig, weil hierdurch zumindest gegen die Bestimmungen der Prüfungsordnung der Hochschule verstoßen wird. Die Prüfungsordnungen der meisten Hochschulen enthalten Regelungen, nach denen die Prüfung bei Täuschung als „nicht bestanden“ bewertet werden kann. Einige Prüfungsordnungen sehen bei schweren Verstößen sogar eine Bewertung der Arbeit als „endgültig nicht bestanden“ vor. Das heißt, die Prüfung kann dann nicht mehr wiederholt und das Studium nicht mehr abgeschlossen werden.

Hochschulabsolventen müssen eidesstattlich versichern, dass sie ihre Arbeiten selbstständig angefertigt haben. Reichen sie von Ghostwritern erstellte Texte ein, werden sie exmatrikuliert. Machen sie sich durch falsche eidesstattliche Erklärungen gleichfalls strafbar?
Ein Studierender macht sich durch die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung nur dann strafbar, wenn die Hochschule zur Abnahme solcher Erklärungen durch Gesetz oder Rechtsverordnung ausdrücklich befugt ist. Einige Landeshochschulgesetze enthalten solche Regelungen. So sieht das Hamburger Hochschulgesetz im Regelfall für jede schriftliche Abschlussarbeit einschließlich Dissertation und Habilitation die Abnahme einer eidesstattlichen Versicherung vor. Seit 2014 gilt in Brandenburg Entsprechendes für Prüfungsleistungen ganz allgemein. In den Hochschulgesetzen Bayerns, Baden-Württembergs und des Saarlandes ist die Abnahme einer solchen Erklärung dagegen nur fakultativ und nur für Promotionsverfahren vorgesehen.

Können umgekehrt auch Ghostwriter belangt werden?
„Nur“ hochschulrechtlich rechtswidrige, aber nicht strafbare Fälle bleiben für den Ghostwriter folgenlos, da sich die Prüfungsordnung der Hochschule nur an deren Mitglieder richtet. Macht sich der Studierende bzw. Doktorand durch die Abgabe der Arbeit jedoch wegen Betrugs oder wegen der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung strafbar, besteht für den Ghostwriter die Gefahr, sich als Helfer einer Straftat selbst strafbar zu machen. Hier kommt es dann stark auf die Umstände des jeweiligen Einzelfalls an: insbesondere auf die Kenntnis des Ghostwriters von der beabsichtigten Verwendung der Arbeit.

Wie gestaltet sich die Situation, wenn Ghostwriting-Dienste durch Dritte, beispielsweise durch Agenturen, vermittelt werden?
Die Vermittlung eines Ghostwriters kann eine strafbare Hilfeleistung zur Straftat des Studierenden darstellen. Bei einer solchen Beihilfe kommt es nicht darauf an, ob der Helfer die Arbeit selbst verfasst oder einen Dritten – den Ghostwriter – damit beauftragt oder diesen vermittelt.

Agenturen verkaufen wissenschaftliche Arbeiten in der Regel als „Arbeiten zu Übungszwecken“. Umgehen sie damit rechtliche Konsequenzen?
Die Bezeichnung einer Ghostwriter-Arbeit als „Arbeit zu Übungszwecken“ verbessert die rechtliche Position des Ghostwriters oder der Agentur aus meiner Sicht nicht. Tatsächlich besteht der Zweck der Arbeit ja darin, dass der Studierende diese als eigene Arbeit verwendet und nicht in einer Übung. Dieser Zweck dürfte durch den Umfang der Arbeit des Ghostwriters und dem hierfür als Gegenleistung zu zahlenden Geldbetrag ausreichend deutlich zum Ausdruck kommen. Die Bezeichnung „zu Übungszwecken“ soll dann offenbar nur dazu dienen, den tatsächlichen Zweck zu verschleiern.
Ähnlich hat es das Oberlandesgericht Düsseldorf in einer Entscheidung gesehen und nachvollziehbar dargestellt, dass solche Bezeichnungen nicht ernst gemeint sein können: Nur ein lebensfremder Beobachter könne überhaupt annehmen, dass ein Auftraggeber einen hohen vierstelligen Betrag für eine „Übungsarbeit“ auszugeben bereit sei. Es handelte sich hier zwar um eine wettbewerbsrechtliche Streitigkeit, die Überlegung dürfte aber auf andere Rechtsgebiete übertragbar sein.

Der Deutsche Hochschulverband bemüht sich seit geraumer Zeit um die Sanktionierung des akademischen Ghostwritings: Wissenschaftsbetrug soll Straftatbestand werden. Mit rechtlicher Grundlage?
Hierfür müsste eine rechtliche Grundlage in der Form eines gesetzlichen Straftatbestandes „Wissenschaftsbetrug“ erst einmal geschaffen werden. Nach der grundgesetzlichen Zuständigkeitsverteilung unterfällt das Strafrecht der konkurrierenden Gesetzgebung. Dies bedeutet, dass die Länder gesetzgeberisch tätig werden können, soweit der Bund die entsprechende Materie (noch) nicht geregelt hat. Dies betrifft jedoch zunächst nur die verfassungsrechtlichen Zuständigkeiten.
Interessanter ist vielleicht, dass der Deutsche Hochschulverband im Jahr 2012 bereits einen eigenen Formulierungsvorschlag für einen Straftatbestand veröffentlicht hat, der in der rechtswissenschaftlichen Diskussion überwiegend auf Ablehnung stieß. Problematisch ist bereits der Begriff eines „Wissenschaftsbetruges“, da sich dieser kaum in die bestehende strafrechtliche Systematik einordnen lässt. Ein „Wissenschaftsbetrug“ stimmt mit einem „normalen“ strafrechtlichen Betrug ja nur insofern überein, als eine Täuschungshandlung begangen wird. Alle Formen des strafrechtlich relevanten Betruges weisen ihrem Wesen nach aber einen Vermögensbezug auf, der beim Wissenschaftsbetrug regelmäßig nicht vorliegt.
Zudem wurde auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die mit der genauen Bestimmung des zu schützenden Rechtsguts verbunden sind. Allein die Bedrohung der „Integrität der Wissenschaft“ durch Ghostwriting sei zu kurz gefasst. Andere schützenswerte Rechtsgüter wie etwa das „Vertrauen in die Allokation wissenschaftlicher Fähigkeiten“ seien für die Formulierung eines entsprechenden Straftatbestandes wiederum zu vage. Welche Richtung die rechtspolitische Entwicklung hier einschlagen wird, ist gegenwärtig schwer vorherzusagen. Der erste Vorstoß des Deutschen Hochschulverbands lief aber erst einmal ins Leere.

Geben Absolventen oder Doktoranden ein Lektorat in Auftrag, greift ihr Lektor mehr oder weniger umfassend in das Manuskript ein. Er kann beispielsweise die Gliederung und die Argumentationsstruktur optimieren. Wann drohen Konsequenzen?
Zum Lektorat einer wissenschaftlichen Arbeit kann ich in der Rechtsprechung bisher keine einheitliche Linie erkennen. Das sogenannte Korrektorat im Sinne eines Korrekturlesens, also Orthografie, Grammatik oder Typografie, dürfte im Regelfall nicht problematisch sein. Viele Hochschulen und Dozenten empfehlen dies sogar ausdrücklich.
Bei weitergehenden Lektoraten kann nicht mehr ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass ein Studierender im Konfliktfall mit der Hochschule nichts zu befürchten hätte. Da vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften das Vermögen eines Prüflings, seine Gedankenführung sprachlich stringent darzulegen, in die Notenfindung eingeht, könnte bei der Anlegung eines sehr strengen Maßstabes schon eine über Orthografie und Grammatik hinausgehende Überarbeitung durch einen Dritten problematisch sein. In der Praxis dürfte dies aber eher ein Ausnahmefall sein.
Wirklich heikel wird es bei den genannten Dienstleistungen, soweit diese auch in einer „Optimierung von Gliederung und Argumentationsstruktur“ bestehen. Wie eine wissenschaftliche Arbeit gegliedert und wie sie argumentativ aufgebaut ist, gehört neben der eigentlichen fachlichen Seite zum Kern der Fähigkeiten, die in einer schriftlichen Arbeit unter Beweis zu stellen sind.

Dann ist es vermutlich auch problematisch, wenn der beauftragte Lektor Daten prüft oder Literaturbelege ergänzt ...
Was das Prüfen von Daten betrifft, kommt es natürlich darauf an, was hierunter genau zu verstehen ist. Problematisch dürfte es auf jeden Fall dann werden, wenn bei empirischen Untersuchungen in den Sozialwissenschaften oder bei Auswertungen naturwissenschaftlicher Experimente Daten durch Anwendung einer bestimmten Methodik überprüft und gegebenenfalls gar korrigiert werden.
Was die Ergänzung von Literaturbelegen angeht, so kann dies unter Umständen auch problematischer sein, als es die vergleichsweise harmlose Formulierung zunächst vermuten lässt. Werden etwa nur vereinzelt Quellen im Literaturverzeichnis aufgenommen, die sich schon im Text selbst befinden und die im Anhang lediglich vergessen wurden, kann der Vorwurf einer Täuschung noch nicht wirklich überzeugend begründet werden. Wird jedoch ein Text dahingehend überprüft, welche Stellen mit Quellen zu belegen sind und werden diese Quellen gar vom Lektor selbst herausgesucht, dürfte die Grenze der (prüfungs-)rechtlichen Unbedenklichkeit schon überschritten sein.
Die Entscheidung darüber, welche Aussagen mit Quellen zu belegen sind sowie die damit unmittelbar zusammenhängende inhaltliche Erschließung von Quellen bzw. Fachliteratur und somit also auch des Forschungsstandes gehört zum Kern wissenschaftlichen Arbeitens. Werden solche Dinge nicht vom Prüfling selbst, sondern von einem Dritten erbracht, birgt dies je nach Art und Umfang das Risiko in sich, mit einem Täuschungsvorwurf konfrontiert zu werden. Rechtlich problematisch ist dies also durchaus. In der Praxis wird es der Hochschule, die insofern die materielle Beweislast trägt, allerdings häufig schwerfallen, ein täuschungsrelevantes Ausmaß der Korrekturen zu belegen.

Ghostwriter verfassen nicht allein Bachelorarbeiten oder Dissertationen. Je nach Bedarf liefern sie ihren Auftraggebern gleichfalls Fachartikel oder Sachbücher. Sind solche Textdienstleistungen Gegenstand des Gesetzes? Und wie positioniert sich der Gesetzgeber, wenn Professoren oder Hochschulmitarbeiter Ghostwriting in Anspruch nehmen?
Der Gesetzgeber hat sich bisher nicht direkt positioniert. Es gibt lediglich einige Anknüpfungspunkte an bestimmte Tatbestände im Strafgesetzbuch oder im Urheberrechtsgesetz. Man sollte bei der rechtlichen Betrachtung des akademischen Ghostwritings stets im Hinterkopf haben, dass es im hochschulrechtlichen Bereich im Grunde immer um die Frage geht, ob mit einer schriftlichen Arbeit eine Qualifikation nachgewiesen werden soll oder nicht.
Bei Fachartikeln und Sachbüchern kann sich zivilrechtlich gegebenenfalls die Frage stellen, ob ein vertraglicher Verzicht des Ghostwriters auf sein Recht auf Namensnennung sittenwidrig ist. Die Rechtsprechung differenziert in solchen Fällen teilweise danach, ob es sich um reputationsbegründende Arbeiten mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen handelt (gegebenenfalls mit Auswirkungen auf die berufliche Beurteilung des Autors) oder nicht.
Eine andere, bis jetzt noch nicht abschließend geklärte Streitfrage ist, ob ein Ghostwriter auf sein Namensnennungsrecht als Urheber überhaupt wirksam verzichten kann: Derartige vertragliche Vereinbarungen stehen in Konflikt mit dem in Paragraf 13 des Urheberrechtsgesetzes festgelegten Urhebernennungsrecht. In Rechtsprechung und Literatur gibt es zu dieser Frage eine gewisse Spannbreite an Meinungen. Rechtsfragen können sich hier stellen, wenn Professoren oder andere Wissenschaftler bzw. Hochschulmitarbeiter für Veröffentlichungen unter eigenem Namen Ghostwriter beauftragen.
Eines sollte man dabei aber nie vergessen: Stellt sich heraus, dass ein Wissenschaftler eine unter seinem Namen veröffentlichte Arbeit tatsächlich nicht selbst verfasst hat, setzt er das in der Wissenschaftsgemeinde eigentlich Entscheidende aufs Spiel – seine Reputation und wissenschaftliche Integrität. Die Wissenschaftsgemeinde hat hier durchaus eigene rechtliche Instrumente in der Hand, um solche Verstöße gegen anerkannte Grundsätze der wissenschaftlichen Praxis zu sanktionieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft etwa kann wissenschaftliches Fehlverhalten mit der Rücknahme von Förderentscheidungen, der Aberkennung des Wahlrechts in ihren Gremien bis hin zum Ausschluss der Antragsberechtigung ahnden.

Bekommen Sie es in Ihrer Kanzlei häufig mit Streitfragen rund um das akademische Ghostwriting zu tun?
Im Prüfungsrecht vertrete ich häufig Studierende in Verfahren gegenüber der jeweiligen Hochschule. In den allermeisten Fällen geht es dabei um eine endgültig nicht bestandene Modulprüfung oder eine Abschlussprüfung. Für das Nichtbestehen der Prüfung gibt es ganz verschiedene Gründe, die nicht immer nur vom Prüfling zu vertreten sind. Hierbei geht es häufiger auch um Täuschungsvorwürfe. „Normale“ Plagiate spielen aber eine deutlich größere Rolle als der Sonderfall des Ghostwritings. Dies liegt wohl auch daran, dass Ghostwriting von den Hochschulen nur schwer nachgewiesen werden kann.
In den meisten prüfungsrechtlichen Verfahren geht es aber nicht um Täuschungen, sondern um andere, häufig formale Fragen: zum Beispiel um Prüfungsmodalitäten, Wiederholbarkeitsfristen für nicht bestandene Prüfungsversuche, die Zulässigkeit eines Prüfungsrücktritts, den Bewertungsspielraum von Prüfern, die Prüferqualifikation oder eine formell richtige Besetzung des Prüfungsausschusses. Solche Verfahrensfehler können dann zu einem Anspruch auf Neubewertung der Arbeit oder auf einen erneuten Prüfungsversuch führen.

Zu guter Letzt: Was finden Sie am spannendsten an den Bereichen Hochschul- und Prüfungsrecht?
Im Prüfungsrecht gibt es nur wenige ganz eindeutige gesetzliche Vorgaben. Einzelheiten zu Prüfungsmodalitäten finden sich dann in speziellen Rechtsverordnungen und Hochschulsatzungen. Wegen dieser Struktur ist das Rechtsgebiet stärker als andere durch die Rechtsprechung geprägt und weist hierdurch eine gewisse Dynamik auf.
Wirklich spannend wird es immer dann, wenn es zwischen den jeweiligen Spielräumen und Rechtspositionen von Prüflingen und Prüfern bzw. Hochschulen abzuwägen gilt. Man darf hier nie vergessen, dass es sich letztlich um ein extrem asymmetrisches Machtverhältnis handelt, in dem der Prüfer als Behördenvertreter zudem einen großen Bewertungsspielraum hat: Dieser ist außerhalb von fachlichen Fragen rechtlich kaum überprüfbar. Zum Ausgleich hierfür kommt den auf den ersten Blick vielleicht etwas trocken wirkenden Verfahrensfragen eine besondere Bedeutung zu. Das Bundesverfassungsgericht hat hierfür die prägnante Formel „Grundrechtsschutz durch Verfahrensschutz“ entwickelt.
Was das Hochschulrecht allgemein betrifft, so würde mir aus meinem Tätigkeitsbereich spontan das Thema Masterzugang einfallen. Die hier oft zu beobachtende Neigung der Hochschulen, Masterstudienplätze einem möglichst eng definierten Kreis von Studierwilligen vorzubehalten, mag aus fachlicher oder auch aus wissenschaftspolitischer Sicht teilweise verständlich sein. Jedoch müssen sich die Zugangshürden auch an den Grundrechten der Studienbewerber und den einschlägigen Regelungen der Hochschulgesetze messen lassen. Diese beiden Maßstäbe miteinander in Einklang zu bringen, ist eine hochschulrechtliche Entwicklung, die sich durch die Einführung der Bologna-Reform vor einigen Jahren wohl erst in ihrem Anfangsstadium befindet.

TextArbeit SprachKonzept dankt für das Gespräch.

Olaf Werner begann nach seinem Studium als Referendar beim Kammergericht Berlin. Er arbeitete gleichfalls in der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Seit 2005 ist er als selbstständiger Rechtsanwalt tätig. Seit 2008 konzentriert er sich in seiner Berliner Kanzlei auf die Schwerpunkte Schulrecht, Hochschulrecht und Prüfungsrecht.

Autoren Unterstützung bieten: Literaturagenturen als Mittler zwischen Schriftstellern und Verlagen

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Dr. Harry Olechnowitz

Foto Harry Olechnowitz: Literaturagent und Inhaber der Autoren- und Verlagsagentur in Berlin

Auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen, ist nicht einfach – und bei großen Publikumsverlagen unterzukommen, ist besonders schwer. Literaturagenturen unterstützen Autorinnen und Autoren bei der Verlagssuche, helfen jedoch auch auf andere Art und Weise: Sie sind Ansprechpartner bei konzeptionellen und formalen Fragen rund um das Manuskript, sie beraten in Sachen Marketing, Recht und Verlagsvertrag. Wie der Arbeitsalltag eines Literaturagenten aussieht, erzählt uns Dr. Harry Olechnowitz.

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Dr. Harry Olechnowitz

Foto Harry Olechnowitz: Literaturagent und Inhaber der Autoren- und Verlagsagentur in Berlin

Auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen, ist nicht einfach – und bei großen Publikumsverlagen unterzukommen, ist besonders schwer. Literaturagenturen unterstützen Autorinnen und Autoren bei der Verlagssuche, helfen jedoch auch auf andere Art und Weise: Sie sind Ansprechpartner bei konzeptionellen und formalen Fragen rund um das Manuskript, sie beraten in Sachen Marketing, Recht und Verlagsvertrag. Wie der Arbeitsalltag eines Literaturagenten aussieht, erzählt uns Dr. Harry Olechnowitz.

Sie haben mehrere Jahre als Verlagslektor gearbeitet und begleiten nun Autoren auf dem Weg zum fertigen Manuskript und zum eigenen Buchvertrag. Was gehört heute zu Ihrer täglichen Arbeit?
Lesen – na ja, abends und an den Wochenenden. Mit Autorinnen und Autoren und Verlagslektorinnen und -lektoren sprechen und verhandeln (per Telefon und per E-Mail, aber am liebsten persönlich). In jeglicher Hinsicht die Entwicklungen des Buchmarktes beobachten. An Exposés und Manuskripten arbeiten und diese in Zusammenarbeit mit den Verfassern optimieren. Und natürlich die viel zu vielen E-Mails beantworten ...

Da Sie nicht mehr an Verlagsprogramme gebunden sind, können Sie sicherlich frei auf Projektideen, Inhalte und Schreibstile achten. Nach welchen Kriterien wählen Sie unter angebotenen Manuskripten aus?
Die Projekte und Manuskripte müssen zum Profil meiner Agentur passen. Da ich fast ausschließlich mit den großen Publikumsverlagen zusammenarbeite, sind die Hürden, von meiner Agentur vertreten zu werden, relativ hoch: Die Projekte und Manuskripte müssen potenziell für die Programme der Publikumsverlage geeignet sein. Ich lasse mich aber gern von Projektideen und Manuskripten überraschen.

Sollten Autoren bereits mit einzelnen Kapiteln oder erst mit dem fertigen Manuskript an Sie herantreten? Und sehen Manuskriptangebote für eine Literaturagentur anders aus als Exposés für einen Verlag?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Zur ersten Frage: Ich begleite gern Projekte, die interessant und gut geschrieben sind und von denen zunächst nur einzelne Kapitel vorliegen, auf dem Weg zur Fertigstellung.
Zur zweiten Frage: Es gibt schon einen Unterschied, ob man sich als Autorin oder Autor an eine Agentur oder direkt an einen Verlag wendet. Überzeugen muss man aber in beiden Fällen! Aber ich lege zum Beispiel nicht so viel Wert auf ein perfekt formuliertes Exposé – wenn das Projekt gut ist, verfasse ich zusammen mit der Autorin oder dem Autor ein gutes Exposé, das ich Verlagen präsentieren kann.

Verlangen Romane eine andere Form der Präsentation als beispielsweise Sachbücher?
Ja. Beim Sachbuch kommt es auf das Thema an, auf die Kompetenz der Autorin oder des Autors für dieses Thema, auf die konzeptionelle Struktur des Sachbuches und natürlich auch auf den Schreibstil. Romane müssen sprachlich und dramaturgisch (auch bezüglich Figuren und Plot) gut und genremäßig verortbar sein – eine gute Geschichte, die gut erzählt ist. Bei Debüts sollte der Roman fertig geschrieben sein (das ist beim Sachbuch nicht unbedingt nötig).

Sie nehmen gegenüber Ihren Autoren auch beratende Aufgaben wahr. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit: Helfen Sie bereits bei der Themenfindung und der Gliederung? Oder setzen Sie erst an erstellten Texten an, die überarbeitet werden müssen?
Themenfindung, konzeptionelle Fragen, dramaturgische Fragen bei Romanen, inhaltliche und/oder sprachliche Probleme – in jeglicher Hinsicht stehe ich Autorinnen und Autoren zur Seite, wenn die Grundidee überzeugend und erfolgversprechend ist. Meine Beratung erstreckt sich aber auch auf eine erfolgversprechende Publikationsstrategie und auf PR- und Marketingmaßnahmen nach Erscheinen eines Buches.

Zu Ihren Leistungen gehört gleichfalls Beratung in rechtlichen Fragen, beispielsweise bei Verlagsverträgen. Worauf achten Sie im Sinne Ihrer Klienten? Und empfiehlt es sich insbesondere für Neulinge auf dem Buchmarkt, vom Wissen eines Fachmanns zu profitieren?
Verlagsverträge haben heute manchmal einen Umfang von über 20 DIN-A4-Seiten. Ich achte darauf, dass ein Verlagsvertrag zumindest den üblichen Bedingungen und Konditionen der Verlagsbranche entspricht und im Einzelnen den Autorinnen oder Autoren und ihren Werken gerecht wird. Und ich behaupte, dass ich bessere Honorarkonditionen aushandeln kann, als die Autorinnen und Autoren selbst es können. Daher ein „Ja“ auf Ihre letzte Frage.

Zahlt ein Autor seinem Agenten eine feste Honorarpauschale oder erhalten Agenturen erst bei erfolgreicher Vermittlung an einen Verlag eine Provision?
Ich denke, dass seriöse Agenturen ausschließlich auf der Basis einer Erfolgsprovision arbeiten sollten (in der Regel 15 Prozent, manchmal 20 Prozent von allen Honoraren, die durch die Vermittlung einer Agentur zustande kommen). Vorsicht ist bei Agenturen angebracht, die vorab eine Bearbeitungspauschale oder Ähnliches fordern. Ich arbeite ausschließlich auf der Basis einer Erfolgsprovision in Höhe von 15 Prozent von allen eingespielten Honoraren.

Zu guter Letzt: Finden Sie privat noch Zeit zum Lesen? Und wenn ja: Was lesen Sie am liebsten?
Leider viel zu wenig Zeit. Aber ich versuche zumindest, sowohl in der Belletristik als auch im Sachbuch die wichtigsten aktuellen Titel zu lesen (gut, das gehört natürlich auch zu meinem Job). Gern lese ich Spannungsliteratur (möglichst mit Tiefgang), amerikanische Autoren und zeitgeschichtliche Bücher.

TextArbeit SprachKonzept dankt für das Gespräch.

Harry Olechnowitz studierte Philosophie, Germanistik, Soziologie und Politologie. Er arbeitete zunächst als Lektor und Verlagsleiter: unter anderem beim Heyne Verlag und bei der Droemer Knaur Verlagsgruppe. Im Jahr 2000 gründete er seine AUTOREN- & VERLAGSAGENTUR mit Sitz in Berlin. Unterstützt von den selbstständigen Literaturagentinnen Marion Appelt und Maria Koettnitz vertritt die Agentur rund 80 Autorinnen und Autoren in den Bereichen Belletristik und Sachbuch. Die AUTOREN- & VERLAGSAGENTUR kooperiert zudem mit der Berliner Akademie für Autoren.

„Texte authentisch werden lassen“: Literatur übersetzen, den Geist des Originals lebendig machen

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Jeannette Bauroth

Foto Jeannette Bauroth: Staatlich geprüfte Übersetzerin mit dem Schwerpunkt Literaturübersetzungen (Krimis, Jugendliteratur, Unterhaltungsliteratur)

Ohne Übersetzungen gäbe es keine Weltliteratur: Der deutsche Buchmarkt müsste ohne Klassiker und Neuerscheinungen ausländischer Autoren auskommen. Idealerweise sorgt Übersetzungsarbeit für ebenso große Lesbarkeit wie beim Original. Und anders als bei Fach- und Urkundenübersetzungen geht es im Falle der Literatur um eine dem Ursprungstext dienende Sprache. Welche Herausforderungen zu meistern sind, verrät uns die staatlich geprüfte Übersetzerin Jeannette Bauroth.

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Jeannette Bauroth

Foto Jeannette Bauroth: Staatlich geprüfte Übersetzerin mit dem Schwerpunkt Literaturübersetzungen (Krimis, Jugendliteratur, Unterhaltungsliteratur)

Ohne Übersetzungen gäbe es keine Weltliteratur: Der deutsche Buchmarkt müsste ohne Klassiker und Neuerscheinungen ausländischer Autoren auskommen. Idealerweise sorgt Übersetzungsarbeit für ebenso große Lesbarkeit wie beim Original. Und anders als bei Fach- und Urkundenübersetzungen geht es im Falle der Literatur um eine dem Ursprungstext dienende Sprache. Welche Herausforderungen zu meistern sind, verrät uns die staatlich geprüfte Übersetzerin Jeannette Bauroth.

Sie sind als Übersetzerin für beglaubigte Dokumente und als Übersetzerin für Unterhaltungs- und Jugendliteratur tätig. Welche Textgenres stapeln sich auf Ihrem Schreibtisch?
Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt inzwischen eindeutig auf den Literaturübersetzungen. Aufträge zu Dokumenten für Behörden und Urkunden nehme ich mittlerweile kaum noch an. Die leite ich in der Regel an bewährte Kolleginnen und Kollegen aus dem BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer) weiter. In diesem Jahr habe ich bereits zwei Krimis, drei Liebesromane und ein Jugendbuch übersetzt. Jetzt wird es bei mir wieder kriminell, worauf ich mich schon sehr freue.

Übersetzer müssen die Fremdsprachen beherrschen, aus denen sie übersetzen. Das ist klar – doch sicherlich ist gleichfalls gewisses Gespür fürs Deutsche geboten. Wie viel kreativer Umgang mit der deutschen Sprache gehört zu Ihrem Beruf?
Deutsch ist meine Muttersprache und die pflege ich mit Hingabe. Oberstes Ziel bei Übersetzungen ist es, dem Leser einen Text zu präsentieren, der sich liest, als wäre er ein Original. Man soll ihm nicht anmerken, dass er ursprünglich aus einer anderen Sprache übertragen wurde. Deshalb lese ich Zeitungen und Bücher auch immer aufmerksam im Hinblick auf die deutsche Sprache, aber auch auf die Unterschiede zwischen meiner Arbeitssprache Englisch und dem Deutschen hin. Ein faszinierendes Thema!
Allerdings nicht ganz nebenwirkungsfrei – oft sitze ich beim Fernsehen da und überlege, wie ich diesen Dialog formuliert hätte oder ob er tatsächlich gesprochenes Deutsch widerspiegelt. Finde ich Passagen, Wortspiele oder Redewendungen besonders gelungen, mache ich mir auch häufig Notizen. Es ist immer spannend zu schauen, wie Kolleginnen und Kollegen ihre Übersetzungsaufgaben lösen. Und oft genug haben Übersetzer ja auch selbst die Chance, kreativ aus der Sprache zu schöpfen und neue Wendungen oder Wortgebilde zu erschaffen. Das gehört zu den Dingen, die ich an meinem Beruf so mag.

Sollten Übersetzungen möglichst wortgetreu übertragen werden? Oder sollten der Sprachstil und die kleinen Besonderheiten des Originals erhalten bleiben? Wie viele Freiheiten dürfen Sie sich erlauben?
Ich finde, der Sprachstil und die kleinen Besonderheiten des Originals sollten immer auf jeden Fall erhalten bleiben: bei jeglicher Form von Literaturübersetzung. Darüber hinaus entscheidet jedoch die Art des Textes, wie nah man am Original bleiben muss oder sollte. Bei Hochliteratur, die zum Beispiel auch mal in einem ganz bestimmten Versmaß verfasst sein kann, muss das natürlich im Deutschen auf möglichst ähnliche Weise reproduziert werden. Oder wenn die Kargheit oder Fülle des Textes den besonderen Stil des Autors ausmachen.
Unterhaltungsliteratur dagegen will in erster Linie genau das, was ihr Name aussagt – den Leser unterhalten. Da erlaube ich mir auch gewisse Freiheiten, um den Text im Deutschen genauso wunderbar lesbar zu gestalten wie das Original. Lässt sich ein Wortspiel partout nicht übertragen, dann kann man zum Beispiel durchaus auch an dieser Stelle darauf verzichten, wenn man dafür an anderer Stelle eins einbauen kann, wo es sich anbietet. Oberstes Gebot ist immer, dass der deutsche Text beim Leser dieselbe Wirkung erzeugen soll wie das Original beim englischsprachigen Leser.

Welche Rolle spielen die zukünftigen Leser? Müssen Sie in zielgruppengerechtes Deutsch übersetzen?
Die Zielgruppe sollte man auf jeden Fall im Auge behalten. In meinem Arbeitsbereich betrifft das vor allem die Jugendbücher. Da formuliere ich schon ein wenig anders als in der Erwachsenenliteratur. Konkret heißt das, dass ich bei Jugendlichen ablausche, wie sie miteinander reden, um es dann bei den Übersetzungen verwenden zu können. Manchmal lasse ich mich auch von meinen Kindern „beraten“. So hat mir mein 14-jähriger Sohn zum Beispiel den Tipp gegeben, dass Teenager untereinander eher auf Englisch fluchen als auf Deutsch; aus einem „Scheiße“ wird somit ein „Shit!“. Solche Kleinigkeiten sind es, die Texte authentisch werden lassen.

Welche Ausbildung geht der Arbeit als Literaturübersetzerin oder -übersetzer voraus: ein Fremdsprachenstudium, der Studiengang „Übersetzen und Dolmetschen“ oder eine spezielle Fachausbildung? Ist auch ein Quereinstieg möglich?
Für Literaturübersetzer gilt: Viele Wege führen nach Rom. Der klassische Werdegang ist über das Studium an einer Hochschule oder Fachakademie. Auch ein Fernstudium zur Vorbereitung auf die Staatliche Übersetzerprüfung ist möglich. In München und Düsseldorf werden außerdem Aufbaustudiengänge zum Literaturübersetzen angeboten. Viele Literaturübersetzer sind jedoch auch Quereinsteiger und haben nicht direkt Übersetzen, sondern die Sprachen studiert, aus denen sie übersetzen. Für Fachübersetzer ist das natürlich nicht so einfach, denn sie müssen oftmals ihren Abschluss nachweisen, zum Beispiel, um bestätigte Übersetzungen anfertigen zu können.
Ich selbst habe früher als Physiotherapeutin gearbeitet, bin dann den Weg über ein Fernstudium gegangen, habe die Staatliche Prüfung abgelegt und dann einige Jahre als Fachübersetzerin für Medizin und Sport gearbeitet, bis mir der Einstieg in die Literaturübersetzungen geglückt ist. Dem gingen aber viele Jahre voller Weiterbildungen und dem Sammeln von praktischer Erfahrung voraus.

Zu guter Letzt: Woran arbeiten Sie gerade und was war Ihr bislang interessantestes Projekt?
Zurzeit arbeite ich am dritten Teil der „Miss-Fortune“-Krimireihe der amerikanischen Autorin Jana DeLeon. Dabei geht es um eine CIA-Agentin, die untertauchen muss und in der tiefsten Provinz von Louisiana landet. Dort hat sie alle Hände voll zu tun, ihre Undercover-Identität als brave Bibliothekarin zu wahren, während um sie herum ein unnatürlicher Todesfall nach dem anderen passiert. Ich liebe diese Reihe, weil sie hauptsächlich von ihren knackigen Dialogen lebt. Da macht das Übersetzen ganz viel Spaß.
Mein bislang interessantestes Projekt zu benennen, fällt mir schwer. Eigentlich sind mir alle meine Buchübersetzungen ans Herz gewachsen. Jedes Projekt hat seine Besonderheiten und speziellen Herausforderungen, für die es eine sprachliche Lösung zu finden gilt. Oftmals freue ich mich noch lange nach Erscheinen des Buches, wenn mir etwas Tolles eingefallen ist.

TextArbeit SprachKonzept dankt für das Gespräch.

Jeannette Bauroth arbeitet seit 2005 als Übersetzerin, seit 2013 hauptsächlich für Krimis und Unterhaltungsliteratur. Neben ihrer Arbeit für Verlage unterstützt sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Corinna Wieja im Rahmen von Indie Translations auch amerikanische Selfpublisher bei Übersetzungen für den deutschen Markt. Sie ist selbst leidenschaftliche Krimileserin und interessiert sich für alles, was mit fiktivem Mord und Totschlag zu tun hat. Dafür nimmt sie gern auch weite Wege in Kauf.

Zutaten für guten Journalismus: Spurensuche im Schwäbischen

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Michael Sturm

Foto Michael Sturm: freier Journalist bei der Tageszeigung

Ein Werbetexter entwirft originelle, einprägsame Slogans. Ein Ghostwriter schreibt Auftragstexte und passt sich den Wünschen seiner Kunden an. Fachbücher wiederum sind sachlich, analytisch und im Idealfall zugleich zugleich anschaulich und interessant. Aber was gilt für Journalisten? Das fragen wir Michael Sturm, freier Mitarbeiter beim „Schwäbischen Tagblatt“ in Tübingen.

TextArbeit SprachKonzept im Gespräch mit Michael Sturm

Foto Michael Sturm: freier Journalist bei der Tageszeigung

Ein Werbetexter entwirft originelle, einprägsame Slogans. Ein Ghostwriter schreibt Auftragstexte und passt sich den Wünschen seiner Kunden an. Fachbücher wiederum sind sachlich, analytisch und im Idealfall zugleich anschaulich und interessant. Aber was gilt für Journalisten? Das fragen wir Michael Sturm, freier Mitarbeiter beim „Schwäbischen Tagblatt“ in Tübingen.

Was zeichnet guten Journalismus aus?
Der erste Schritt ist die Materialsammlung. Gute Journalisten wissen, woher sie Informationen bekommen. Und sie können einschätzen, wie relevant diese Informationen für das Thema sind, um das sich ein Artikel dreht. Je vielschichtiger das Thema ist, desto wichtiger werden weitere Quellen: um eine Aussage zu stützen oder Widersprüche gegeneinander stellen zu können. Der zweite Schritt ist der Text. Die Gliederung sollte schlüssig, die Sprache verständlich sein. Der dritte Schritt kommt manchmal vor dem zweiten – die Präsentation eines Artikels: Die Überschrift soll den Leser dafür interessieren. Wird ein Bild verwendet, sollte es eines sein, das ebenfalls Interesse am Artikel weckt.

Wie baut man Kurzmeldungen, Nachrichten oder Reportagen optimal auf?
Verschiedene Formate bedingen unterschiedliche Herangehensweisen. Grundsätzlich sind die W-Fragen zu beachten: Wer? Wo? Wann? Was ist passiert? Ein gutes Training für Journalisten ist, Meldungen so sehr zu verknappen, dass die wesentliche, essenzielle Information übrig bleibt. Das Wichtigste kommt zuerst. Ein Beispiel: „Bei anhaltendem Regen verursachte eine 32-Jährige am Dienstagnachmittag einen Auffahrunfall auf der A 5 in Richtung Basel.“ Alles Weitere ist Zugabe: „Zwischen den Anschlussstellen Freiburg-Nord und Freiburg-Mitte verlor sie die Kontrolle über ihren Kleinwagen, touchierte die Mittelleitplanke und geriet ins Schleudern. Zwei nachfolgende Fahrzeuge konnten nicht rechtzeitig bremsen. Die Fahrerin des Kleinwagens wurde leicht verletzt, die anderen Beteiligten kamen ohne Blessuren davon.“
Reportagen funktionieren anders: Sie gehen nicht vom Kern des Themas aus, sie führen zu ihm hin. Hier funktioniert der klassische dreiteilige Textaufbau am besten: Einleitung (Worum geht es?), Narration (Gegenüberstellung der Argumente, Aufstellen der Thesen), Schlussteil (Fazit, Bewertung).

Für Werbetexter und gute Websitetexte gilt der Grundsatz „Keep it short and simple“. Wie ausschlaggebend ist diese sogenannte KISS-Regel für Journalisten?
Die KISS-Regel gilt in jedem Fall für Meldungen und Nachrichten. Darüber hinaus gilt: Je einfacher man schreibt (kurze Sätze, möglichst wenig Fremdwörter), desto verständlicher wird ein Text.

Ganz konkret: Welcher Sprachstil ist angebracht?
Das kommt zum einen auf das Ressort an, für das man schreibt, und zum anderen auf das Format des Artikels. Journalismus ist in erster Linie Beobachtung und Einschätzung – jeder nimmt Dinge ein wenig anders wahr oder gewichtet Informationen unterschiedlich. Je mehr abseits der reinen Nachricht einfließt, desto mehr kommt der persönliche Stil des Autors oder der Autorin zum Ausdruck. Sportjournalisten dürfen sich salopp ausdrücken und Feuilletonisten blumig. Das wäre beides völlig unangebracht, wenn sich das Thema um Politik oder Wirtschaft dreht.

Bringen sich Journalisten allein durch die Einschätzung von Fakten und die inhaltliche Gewichtung ihrer Beiträge ein? Und gibt es Formate, in denen sie sich ganz klare Meinungsfreiheit erlauben dürfen?
In Glossen und Kommentaren dürfen Journalisten frei von der Leber weg schreiben, was ihnen durch den Kopf geht. Das sind Formate, die für die Leser als eigene Meinung oder eigene Betrachtung gekennzeichnet sind. Andere Artikel können noch so sachlich gehalten sein: Das Urteilsvermögen und die Meinung des Autors bestimmen die Auswahl und Gewichtung von Fakten. Ich bin froh, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der jeder Mensch das Recht hat, seine Meinung zu äußern. Andererseits finde ich, dass die Gilde der Journalisten gut daran täte, bestimmte Grenzen zu achten. Das Privatleben der meisten Menschen ist nicht von öffentlichem Interesse und sollte privat bleiben.

Wie geht ein Journalist an ein Projekt heran?
Ich kann in diesem Fall nur für mich selbst sprechen. Ich bin freier Journalist, arbeite jedoch fest für die Redaktion des „Schwäbischen Tagblatts“. Dort habe ich zum einen fixe Artikel, bekomme darüber hinaus jedoch vorwiegend Aufträge vorgeschlagen. Dann ruft eine der beiden netten Redaktionssekretärinnen bei mir an und fragt, ob ich dieses oder jenes oft tagesaktuelle Thema übernehmen möchte.
Darüber hinaus bin ich in der glücklichen Lage, selbst Themen vorschlagen zu dürfen. Geht es beispielsweise um ein Interview, versuche ich, im Vorfeld so viel wie möglich über die betreffende Person zu erfahren. Ich notiere mir dann meist die Fragen, die ich stellen möchte, und ordne diese dann möglichst sinnvoll aneinander. Mir hilft dabei allerdings oft auch die Improvisation: das Eingehen auf den Moment, auf den Gesprächspartner. Wenn ich der Meinung bin, dass ich zumindest ausreichend viele Informationen gesammelt habe, mache ich mich ans Schreiben.

Für jeden Texter stehen nach dem Schreiben Korrekturdurchläufe an. Korrigieren und lektorieren Journalisten ihre Beiträge eigentlich selbst oder übernehmen Kollegen?
In unserem Haus wurden die Lektoren-Stellen vor ein paar Jahren bedauerlicherweise wegrationalisiert. Deren Aufgabe haben jetzt die fest angestellten Redakteure inne. Die gehen über jeden Artikel, der in unserem Blatt erscheint, selbst wenn das Rechtschreibprogramm schon drüber ging. Mir hilft das enorm: vor allem, wenn es hektisch zugeht und fünf Artikel innerhalb von drei Stunden fertigwerden müssen.

Wo liegen Ihre Arbeitsschwerpunkte?
Besonders regelmäßig schreibe ich Vor- und Spielberichte, hauptsächlich im Bereich Fußball, für den Sportteil unserer Zeitung. Daneben habe ich mich als Musikkritiker im großen Bereich zwischen Jazz, Rock und Pop etabliert. Darüber hinaus bin ich im Lokaljournalismus mit seinen wechselnden Themen zu Hause.

Sportjournalismus und Musikkritiken – dazwischen scheinen Welten zu liegen …
Das scheint so. Ich tendiere hier aber zum klaren Jein. Einerseits haben wir es mit unterschiedlichem Klientel zu tun, für die ich unterschiedlich zu schreiben habe. Im Sport geht es hauptsächlich um Fakten, die Stoff für Diskussionen bieten. In Konzertberichten habe ich es mit Emotionen einer völlig anderen Sinnlichkeit zu tun, die ich in meinen Artikeln so wiederzugeben habe, dass sich meine Leser vorstellen können, wie es dort gewesen ist. Viele lesen entweder den Sport oder das Feuilleton. Andererseits sehe ich Musik wie Sport als wichtiges Kulturgut, als Hauptelemente der Freizeitgestaltung, als wichtigste Nebensachen. Darin sind beide bei mir gleichrangig.

Zu guter Letzt: Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?
Die Unabhängigkeit des Geistes, den mir dieser Beruf bietet, ist unbezahlbar. Ich kann meinen Tagesablauf weitestgehend selbst gestalten und meine Leidenschaften für Sport und Musik ausleben. Ich habe ständig mit immer anderen Menschen zu tun. Dadurch bleibt mein Job so abwechslungsreich, dass es mir eigentlich nie langweilig wird. Ich habe zwar viele Abendtermine, aber dafür kann ich so ziemlich an jedem Tag selbst bestimmen, wann ich zu arbeiten beginne. Das ist für mich echter Luxus.

TextArbeit SprachKonzept dankt für das Gespräch.

Michael Sturm studierte Zeitgeschichte, Allgemeine Rhetorik und Linguistik des Englischen in Tübingen und York. Er arbeitete bei der „Waiblinger Kreiszeitung“, bei 3sat, beim WDR und als Kulturredakteur bei der „B.Z.“. Seit 2001 ist er als freier Journalist beim „Schwäbischen Tagblatt“ in Tübingen tätig. Dort interviewte er unter anderem den „Status Quo“-Frontmann Francis Rossi und den kubanischen Sänger Luis Frank Arias.

Bildnachweise

Foto Daniel Baumgärtner: © Christian Meyer

Foto Olaf Werner: © Olaf Werner

Foto Harry Olechnowitz: © Harry Olechnowitz

Foto Jeannette Bauroth: © Katja Hoffmann

Foto Michael Sturm: © Michael Sturm